12. Dezember 2007
Bespilkern“ von oberer Elz und ???? (da müssen wir mal Gert fragen oder erst einmal auf der Karte nachschauen)
Die Verführung kam in der Nacht, die Verführung kam in Form einer SMS, die Verführung hatte neun Wörter. „Wir gehen morgen paddeln, kommst Du mit?“
Ein Blick auf meine Uhr. Es ist 23:10Uhr. Wenn ich jetzt noch ein wenig arbeite und meinen Schreibtisch leer kämpfe statt schlafen zu gehen, dann könnte es ein Paddeltag ohne schlechtes Gewissen werden. Frühstück früh um sechs ist sicherlich Geschmacksache. Der Kaffee dampft und die holländische Conection hält sich trotz nächtlicher Fahrt von Utrecht nach Elzach tapfer.
Die Freiburger Szene kennt den Begriff ,,spilkern“ natürlich. Was soviel heißt jede Rinne ist fahrbar, wenn sie nur genug Wasser hat. Und die obere Elz, ca. 20 Meter vor meiner Tür, hat deutlich hörbar genug Wasser. Und meiner Meinung nach ist sie dem Rinnenstatus eh schon entwachsen. Vor allem liegt sie vor der Haustür und ist so ohne große Fahrerei zu knacken.
Ein Auto nach Winden unterhalb des Klärwerkes gestellt und dann geht es nach Oberprechtal. Ein Stück oberhalb vom Forellenhof wählen wir den Einstieg und schon geht es, ziemlich zügig, los. Die Kehrwasser sind selbst für Andres und Sophies Spielboote sehr klein. So zieht sich die Gruppe schnell auseinander und wir paddeln nach vorne und untereinander auf Sicht. Unzählige Wehre zwingen uns einen langen Hals zu machen. Meist fahrbar ist das Urteil. Im Nachhinein sind wir uns nicht immer sicher. Ein paar satte Rückläufe, größeres Kleinholz mitten in der Ideallinie und die Feststellung das mache Routenwahl eher aus Faulheit als mit Verstand gewählt wurde. In zügiger Fahrt geht es talwärts. Irgendwann hören wir auf die Wehre zu zählen. Nach knapp drei Stunden ist die Fahrt zu ende. Ich bin ziemlich erschöpft und hoffe dass es den anderen ebenso geht. Fehlanzeige ! Andre schaut während wir das Auto vom Einstieg holen auf die Karte. „Bei Elzach mündete doch noch ein kleiner Bach von recht in die Elz und hatte ordentlich Wasser“ murmelt er. Sophie ist Feuer und Flamme, typisch die kleine Schwester! Und ich habe das Nachsehen. Ob die Rinne (diesmal ist es wirklich eine) wirklich ein. Fluss ist darüber gehen die Meinungen auseinander. Mir reicht es eigentlich und ich sehne mich nach einem reichlichen, warmen Essen und werde überstimmt. Lächelnd! Wer kann dazu schon NEIN sagen – ich nicht! Unterhalb von Finsterbach steigen wir (auf dem Finsterbach) ein und paddeln bzw. schwimmen bzw. treiben nach unten. Wieder einmal geht alles sehr schnell. Kehrwasser Fehlanzeige. Kleinstkehrwasser oder besser gesagt Mikrokehrwasser geben kaum Sicherheit bei der Erkundungstour. Trotzdem der Bach durch den Wald fließt haben wir kaum Baumhindernisse. Problematischer sind da eher ein paar der Brückendurchfahrten. Mit 195 cm hab eich die deutlich schlechtesten Karten. Aber auch dieser Ritt geht zu Ende. Andres Frage ob wir noch schnell im Nachbartal die Schutter paddeln wollen, ignoriere ich konsequent.
